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725 JAHRE SEIT DER ERSTEN URKUNDLICHEN ERWÄHNUNG 
GEMEINDE WALL


KURZCHRONIK



Der Ort Wall hat eine mindestens 6500 Jahre alte Geschichte. Nachgewiesen sind Siedlungen
aus der Mittelsteinzeit, aus der Bronzezeit und der Slawenzeit.
Diese Siedlungen sind heute als Bodendenkmale ausgewiesen und durch umfangreiche Funde
nachgewiesen. Die bedeutendsten Funde stammen aus der Bronzezeit in Form von zwei Hortfunden,
einem Opferfund und zwei Sicheln, alles aus Bronze.
Viele Geräte aus Feuerstein, Geweihteilen, Knochen und Ton sind Zeugen einer reichhaltigen
Ur- und Frühgeschichte.
Wichtig sind jedoch nicht nur die Funde als Stück, sondern vor allem sein Fundort. 
Denn gerade dieser gibt Auskunft über die damaligen Bedingungen.
So ist nachgewiesen, dass um das Jahr 1000 v.d.Z.( mittlere Bronzezeit) die Wasserstände
im Luch viel niedriger waren, als es heute angenommen wird. Den Beweis liefert ein Opferfund
aus Bronze im Neukammerluch. Reste von Kiefern und ein richtiges Stück Kiefernstamm waren als
Abdeckung gewählt worden. Das Moor bildete sich erst später.
Nach der reichhaltigen Ur - und Frühgeschichte beginnt auch bei uns das Mittelalter.
Der Ort Wall wurde im Jahre 1271 das erste mal schriftlich erwähnt.

Die Herrn zu Kerkow waren die Lehnsherren der Orte Kerkow, Neuendorf, Teschendorf und Besyhorst.
Der Name Besyhorst ist die erste Bezeichnung unseres Ortes und hieß Beetzer Horst.
Das war vor dem Einstauen der Havel bei Oranienburg und Spandau, als unser Ort noch ein
Eichen-Buchenhorst war, in dessen Umgebung bis auf die Südseite Kiefernwälder waren.
Nach dem Einstauen, etwa um das Jahr 1500, kamen die Kieferwälder unter Wasser und starben ab.
Der Eichen- Buchenhorst blieb erhalten, denn er kam nicht unter Wasser. Von da an war es der Bong Wall,
also Beetzer Wall, der erstmalig 1567 erwähnt wird (Brandenburgisches Ortslexikon).
Bis zum Jahre 1679, als unser Ort Staatsdomäne wurde, hatten wir die Herrschaft der Herrn zu Redern von Schwante.
Seit 1702 gab es eine Meierei und ein Wohnhaus (erste nachweisliche Bebauung).

Das Jahr 1835 war ein entscheidendes Jahr für Wall. Der preußische Offizier von Knesebeck zu Kerwe
wurde neuer Besitzer, ein Geschenk Friedrich Wilhelms des III als Dank für dessen Verdienste im Kampf gegen Napoleon.
Das Gut Wall entwickelte sich bis 1928 sehr gut. Davon zeugt das Herrenhaus, Wohnhäuser
und große Stallungen, sowie der Gutspark. 100 Menschen lebten hier. Im Jahre 1928 wurde das
Gut an die Frankfurter Siedlungsgesellschaft verkauft und von 1931 bis 1932 aufgesiedelt.
34 Bauern erhielten Wirtschaften zwischen 45 und 90 Morgen.

Seit 01. Januar 1934 hatte der Ort Wall Gemeinderecht. Die Gemeinde erhielt das Herrenhaus.
die Brennerei, den Park und neben Wege und Gräben weitere Ländereien. Die Siedler kamen aus
den verschiedensten Ländesteilen und bildeten sehr schnell eine verschworene Gemeinschaft.
So wurde durch die Gründung von Genossenschaften und die Eröffnung eines Kindergartens im Jahre 1934
die Wirtschaftlichkeit gestärkt. Bis zum Beginn des Krieges hatten durchschnittlich 180 bis 200 Personen
hier ihren Wohnsitz. Der Arbeitsdienst kam nochmals mit 200 Personen dazu.

Im Krieg wurde das Arbeitsdienstlager zum Gefangenenlager mit ca. 400 Gefangenen. Achtzehn überlebten
diese Gefangenschaft nicht und liegen auf unserem Friedhof.
Sechs Einwohner sind Opfer des zweiten Weltkrieges. In zwei Gruppen ging der Todesmarsch vom Konzentrationslager
Sachsenhausen durch unsere Gemeinde. Eine Gedächtnistafel und ein Gedenkstein erinnern an die faschistische Herrschaft.
Nach dem Krieg erhielten weitere sieben Neubauern Wirtschaften. Mit den im Dorf verbliebenen Flüchtlingen stieg
die Bevölkerung auf 330 Personen.

Mit Beginn der 50-er Jahre bis 1960 verließen 13 Bauern unseren Ort in die damalige Bundesrepublik. Aus den
zurückgelassenen Wirtschaften gründeten einige Bauern und Landarbeiter am 1.5.1954 die erste landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaft Wall Typ III. Bis zum 1.Mai 1960 waren alle Bauern in den Genossenschaften des Typs
I und 111 eingetreten. Seit 1976 gehörten wir zu den Groß LPG Beetz Pflanzen- und Tierproduktion.

Bis zur Wende 1989 prägte die Landwirtschaft das Leben in unserem Ort.

Die Feuerwehr, der Frauenbund (DFD), die VdgB und die Nationale Front gestalteten das kulturelle Leben gemeinsam
mit den Betrieben in unserer Gemeinde.

Bauernbälle, Fasching, Feuerwehrbälle, Weihnachtsfeiern, Maifeiern, Silvestertänze und Erntefeste bereicherten das Kulturleben.
Sogar Theater wurde in den 50-er und 60-er Jahren gespielt.Bis 1972 hatten wir eine eigene Grundschule und bis zur Wende
eine Gaststätte mit Kultursaal.

Mit der Wende setzte eine Aufbruchstimmung ein. Die Siedlerstimmung aus den 30-er Jahren kam wieder zum Ausbruch,
so daß der Zusammenhalt wieder Grundlage unseres Tuns wurde.Schnell erkannten wir die Zeichen der Zeit und verwirklichten
folgende Vorhaben:

1990/1991 	Zentrale Trink - und Abwasseranlagen
1991	  	vollständiger Straßenbau innerhalb der Ortslage mit Bürgersteig
1992		umfangreiche Baumaßnahmen an Gemeindewohnungen
1992		Rekonstruktion des Herrenhauses.



Seit 1992 	gehört die Gemeinde Wall zum Amt Fehrbellin.
Im Januar 1994 	wird der Ort Wall auf der Grünen Woche in Berlin durch den Bundeslandwirtschaftsminister
		im Wettbewerb "Schönes produktives Dorf" mit der Bronzemedaille ausgezeichnet.

		Grundlage aller Vorhaben waren die planerischen Voraussetzungen, wie Flächennutzungsplan,
 		Dorferneuerungsplan, Innenbereichssatzung, Vorhaben­und Erschließungsplan einschließlich Raumordnungsverfahren Golfplatz.

Werner Stolz
Ortschronist

Und zu dieser Festlichkeit wurde dann folgendes Fest ausgerichtet:
PROGRAMM DES DORFFESTES

22. August 1997

20.00 Uhr Musik zum Hören und Tanzen
20.00 Uhr Museumsbesichtigung (mit Führung)
21.00 Uhr Kinderlampionumzug danach Lagerfeuer, Jagdhornblasen,


23. August 1997

10.00 Uhr Festumzug
12.00 Uhr Festansprache und Würdigung

anschließend:
	- Kinderblasorchester Neuruppin
	- „Ruppiner Blasmusik"
	- Museumsbesichtigung (mit Führung )
	- Golfpräsentation DGM" Stolper Heide"
	- Minitraktorenausstellung
	- Preiskegeln
	- Torwandschießen
	- Springburg
	- Kremserfahrten
	- Elektrogeländefahrzeuge für Kinder ab 3 Jahre

15.00 Uhr	Chor„ Harmonie" Beetz
		Beetzer Carneval Club BCC
16.30 Uhr 	Zaubershow
19.00 Uhr Musik zum Hören und Tanzen

V.i.S.d.P. Siegrid Stolz, 16818 Wall, Dorfstraße

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Zuletzt geändert am 01.08.2003, 10:43